Grüner Wasserstoff: Energieträger für eine nachhaltige maritime Zukunft

Donnerstag, 18. Februar 2021 - 10:30

Hamburg 18.02.2021 | Die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung hat großes Potenzial in Bezug auf die Realisierung der maritimen Energiewende und des Null-Emissionen-Schiffes. Der VSM betont in seinem Positionspapier die umwelt- und industriepolitischen Perspektiven von Wasserstoff als Grundlage flüssiger klimaneutraler Schiffstreibstoffe sowie als Ladung innovativer Tankschiffe für den Energieimport und zeigt, welche weiteren Schritte jetzt notwendig sind. 

VSM-Hauptgeschäftsführer, Dr. Reinhard Lüken: „Das maritime Deutschland verfügt über das Know-how, um bei der Dekarbonisierung der Schifffahrt eine Vorreiterrolle einzunehmen und durch Diversifizierung seine Marktposition zu stärken!“

Dr. Ralf Sören Marquardt, technischer Geschäftsführer des VSM, fordert hierzu eine Konkretisierung und Erweiterung des Maßnahmenkatalogs: „Die Nationale Wasserstoffstrategie würdigt und fördert die hohe Innovationskraft und proaktive Vorschriftenentwicklung der Schiffbauindustrie. Sie muss allerdings weiter marinisiert werden, um die Energiewende auf See zu beschleunigen!"

Entscheidend ist eine sektorübergreifende und technologieoffene Umsetzung, die die gesamte Prozesskette abbildet: Von der regenerativen Energieerzeugung offshore über den Wasserstofftransport bis hin zur Nutzung synthetischer PtL-Treibstoffe sowie von flüssigem und komprimierten Wasserstoff in Wasserfahrzeugen einschließlich des Aufbaus der dazugehörigen Tankinfrastruktur.

Was ist jetzt konkret zu tun?

Die Bundesregierung sollte:

  • Leuchtturmprojekte für den Wasserstoffimport per Schiff initiieren: Deutschland ist auf internationale Energiepartnerschaften und den Import grüner Energie angewiesen. Der Transport in spezialisierten Tankschiffen ist eine wirtschaftliche und geopolitisch attraktive Alternative zur Pipeline.
  • Maritime Reallabore für die Energiewende einrichten: Die Produktion von grünem Wasserstoff in der deutschen Außenwirtschaftszone (AWZ) mithilfe der Windenergie kann neue Perspektiven für die deutsche Schiffbauindustrie eröffnen.
  • Wasserstoffnutzung und Tankinfrastruktur fördern: Öffentliche Aufträge für klimaneutrale Behördenfahrzeuge, Forschungsschiffe etc. können die Marktfähigkeit neuer Technologien demonstrieren sowie Treibstoffnachfrage und nationale Wertschöpfung generieren.

 

Mit diesen Maßnahmen wird die Nationale Wasserstoffstrategie einen entscheidenden Beitrag für die nachhaltige Schifffahrt und eine wettbewerbsfähige Industrie leisten. Technologieoffenheit, CO2-Bepreisung, Investitionsförderung und ein starker Heimatmarkt sind hierbei Schlüsselfaktoren für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende.