VSM Jahresberichte
Unser Jahresbericht ist die ausführlichste Lagebeschreibung und Referenz zur maritimen Industrie in Deutschland. Hier fassen wir alle technologischen und politischen Entwicklungen des vergangenen Jahres in Schiffbau und Meerestechnik zusammen, geben eine detaillierte nationale und internationale Marktanalyse und stellen Ihnen die Aktivitäten des VSM und unserer Mitglieder vor.
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VSM-Jahresbericht 2024 | 2025
In Schiffbau und Meerestechnik blicken wir auf ein erfolgreiches Jahr 2024 zurück, das geprägt war von einer guten Auftragslage und der Rückkehr zu stabileren Prozessen. Dies betrifft insbesondere die Lieferkettenstörungen und den Inflationsdruck der zurückliegenden Jahre, die im Schiffbau mit seinen langen Produktionszyklen besonders lange nachwirken. Während in Deutschland die öffentlichen Diskussionen von den großen Herausforderungen unserer Zeit geprägt sind, richten wir in Schiffbau und Meerestechnik den Blick nach vorne, denn wir sehen v.a. große Wachstumschancen.
Die deutsche Schiffbauindustrie hat jahrzehntelang Wettbewerbsverzerrungen getrotzt und durch Fokussierung auf high-end Segmente wie Kreuzfahrtschiffe, Großyachten, und Behördenfahrzeuge Schiffbau-Knowhow auf höchstem Niveau nicht nur erhalten, sondern weiter vorangetrieben und ausgebaut. Diese Marktsegmente verzeichneten auch 2024 eine gute Konjunktur, sodass auf eine stabile Auslastung und positive Umsatzentwicklung aufgebaut werden kann. Genauso setzt die Zulieferseite auf Top-Performance Produkte, die nicht nur anspruchsvollen Kunden im europäischen Binnenmarkt einfordern, sondern auch weltweit geschätzt werden.
Die geopolitischen Entwicklungen und die Veränderungen im globalen Wettbewerb stellen wichtige Industriebranchen in Deutschland vor wachsende Herausforderungen. Immer deutlicher wird, dass Deutschlands traditioneller ordnungspolitischer Ansatz unter den gegenwärtigen Verhältnissen keine geeigneten Antworten parat hält. Der russischen Kriegsmaschine, dem chinesischen Parteistaat und dem neuen amerikanischen Zoll-Fetischismus lässt sich allein mit marktwirtschaftlichen Konzepten nicht entgegentreten.
Das gilt in besonderer Weise für den Schiffbau, den China bereits 2005 als strategische Branche von zentraler Bedeutung für das Land erkannt hat und mit entsprechend hohem Mitteleinsatz fördert, und den Präsident Trump nun auch in Amerika wieder großartig machen will. Die Angriffe auf kritische Infrastruktur in unseren Meeren von Gaspipelines bis Unterseedatenkabel vervollständigen das Lagebild und sind weitere Belege für unsere maritime Achillesferse.
Vor diesem Hintergrund ist es von unschätzbarem Wert, dass wir unsere maritimen industriellen Fähigkeiten durch Innovationskraft und Unternehmertum auf Spitzenniveau haben erhalten können. Ein erfolgreiches ziviles Geschäft sorgt dabei nicht nur für Wohlstandseffekte, sondern stellt eine zwingend notwendige Säule für die Gewährleistung einer hohen Leistungsfähigkeit und Produktivität des Gesamtclusters dar. Im Marineschiffbau sind eine Fülle von spezifischen produktbezogenen wie auch beschaffungsbezogenen Themen zu adressieren. Eine effektive und kosteneffiziente industrielle Basis ist aber letztlich Voraussetzung für den Gesamterfolg.
Dabei wird die europäische Dimension eine wichtige Rolle spielen, denn im gemeinsamen Binnenmarkt besteht eine große Nachfrage, deren Rahmenbedingungen wir selbst, unabhängig von Dritten gestalten können. Deshalb verbinden wir große Erwartungen mit der europäischen Maritimen Industriestrategie, ein Vorhaben, das maßgeblich auf Betreiben der Bundesregierung in Kooperation mit den Niederlanden in das EU-Arbeitsprogramm geschrieben wurde. Im Kern wird es dabei um die Sicherung einer resilienten industriellen Basis gehen, die Europas technische Souveränität gewährleisten kann; denn die ist Voraussetzung für die vielbeschworene strategische Autonomie.
Die Stärkung der industriellen Produktion und der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie rücken auch in Berlin wieder stärker in den Fokus.
Die mit der alten Mehrheit des Deutschen Bundestages beschlossen Grundgesetzänderungen geben neue Handlungsspielräume und sendeten schon vor Abschluss der Koalitionsverhandlungen das Signal für einen neuen Aufbruch. Wir werden darauf achten, dass dieser Aufbruch auch für die maritime Industrie zu konkreten Ergebnissen führt – gemeinsam im VSM.
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VSM-Jahresbericht 2023 | 2024
Die Ursprünge des VSM gehen auf das Jahr 1884 zurück, als der Verband Deutscher Werften gegründet wurde. Auch runde Geburtstage finden weniger Beachtung, wenn man 140 Jahre alt wird. Das Jubiläumsjahr 2024 ist für den VSM jedoch aus einem anderen Grund dennoch von großer Bedeutung: 1974, also vor 50 Jahren nahm der vormalige Werftenverband erstmals Zulieferunternehmen auf und firmiert seitdem als Interessensvertretung der gesamten Schiffbauindustrie.
Schiffe gehören zu den komplexesten Produkten, die von Menschenhand hergestellt werden. Dabei spielt die Werft als Gesamtverantwortliche für das Bauvorhaben offensichtlich eine zentrale Rolle: Auf der Werft kommen alle Beteiligten zusammen. Dort werden all die verschiedenen Subsysteme zu einem Ganzen integriert. Gerade die in Deutschland vornehmlich gebauten Schiffstypen Kreuzfahrtschiffe, große Yachten, Marine- und Behördenschiffe sind ganze Städte, die nicht nur eine Funktion erfüllen, sondern der Crew und ihren Gästen während der Zeit an Bord auch ein sicheres Zuhause bieten. Ermöglicht werden alle erforderlichen Funktionen entscheidend von vielen hunderten, in der Regel hoch spezialisierten, Zulieferunternehmen. Dazu gehört viel mehr als Brücke, Hauptmotor und Propeller. Von den Deckskrähnen und -winden bis zu den Rettungsmitteln; von der Frischwassererzeugung und Sanitäreinrichtungen bis zur Kläranlage; von den Kühlräumen über die Küchen zum Restaurant, von der Klimaanlage über die Kabine bis zum Theater oder der Krankenstation. Beim Bau eines großen Seeschiffs können weit über tausend Zulieferunternehmen beteiligt sein. Zur Schiffbauindustrie in Deutschland zählen rund 2.800 Unternehmen vom Bodensee bis zur dänischen Grenze. Schiffe „Made in Germany“ tragen dieses Prädikat zu Recht, denn in der Regel erstreckt sich die inländische Wertschöpfungsquote auf weit über 70% und die innereuropäische auf über 95%.
Es ist diese Bereite an Kompetenz, getragen von den vielen Fachkräften, die Deutschlands wichtigster Wettbewerbsvorteil ist. Ohne sie könnten die rund 50 Schiffswerften in Deutschland kein einziges Schiff fertigstellen. Eine ähnliche Abhängigkeit andersherum besteht zunächst nicht. Insbesondere viele der größeren Schiffbauzulieferunternehmen erwirtschaften ihren Umsatz überwiegend im Export. Laut Zahlen des VDMA liegt die Exportquote, zumindest der maritimen Maschinen- und Anlagenbauer, bei über 70%. Aber Wertschöpfungsketten verlagern sich in vielen Branchen analog zur Nachfrage. Bereits heute werden bestimmte maritime Systeme in Europa nicht mehr produziert, z.B. große Zwei-Takt-Motoren. Der Exodus findet dabei anders als bei Werften ohne große öffentliche Aufmerksamkeit statt. Winden von Hatlapa, Bordkrähne von der Neuenfelder Maschinenfabrik oder MaK-Hauptmotoren fahren auf vielen Schiffen auf allen Weltmeeren. Doch die Produktion dieser großartigen Anlagen ist Geschichte.
Die Schiffbauindustrie steht in Europa seit Jahrzehnten unter Druck. Unternehmen mussten für sich Lösungen finden, wie sie mit den verzerrten Wettbewerbsverhältnissen umgehen. Gerade die sehr liberale Grundausrichtung der EU fand bisher keine politischen Gegenmittel. Doch Stichworte wie Economic Security, technische Souveränität oder strategische Autonomie bestimmen seit wenigen Jahren immer öfter den politischen Diskurs. Langsam wird vielen in Berlin, Brüssel und allen anderen Hauptstädten klar, welche Gefahren und Kosten aus Abhängigkeiten resultieren können.
Gerade für Europa mit seinen langen Küstenlinien, dem größten maritimen Binnenmarkt der Welt, gehört die Fähigkeit zum Bau und Betrieb großer Seeschiffe und anderer maritimer Anlagen zur DNA. Die maritime Industrie mit ihren vielfältigen strategischen Aufgaben kann zu Recht erwarten, dass von nun an mehr Wert auf gute Standortbedingungen gelegt wird. Dazu ist eine starke Stimme für die gesamte maritime Industrie wichtiger denn je – Gemeinsam im VSM!
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VSM-Jahresbericht 2022 | 2023
„Von hier an anders“ betitelte Robert Habeck vor gut zwei Jahren sein neuestes Buch, eine Art politische Skizze nicht nur für das Ressort, das er inzwischen führt. Wie auch immer man zu den Details dieser Skizze stehen mag, der Titel trifft den Nagel auf den Kopf. Weiter wie bisher ist in vielerlei Hinsicht schlicht keine Option. Es ist tragisch, dass die Realität eines furchtbaren Krieges auf europäischem Boden nicht nur die Dringlichkeit dramatisch erhöht, sondern auch die Prioritäten noch einmal deutlich verändert hat.
Ein grundlegender, politischer Kurswechsels wird auch für die maritime Industrie in Deutschland immer drängender. Fehlende Energieimportterminals, der verschleppte Ausbau der Offshore Windenergie, die Verletzlichkeit kritischer Infrastruktur auf und unter Wasser und auch die begrenzte Handlungsfähigkeit der Einsatzkräfte inklusive der Deutschen Marine wurden schlagartig einer breiten Öffentlichkeit bewusst. Problembewusstsein und Handlungsdruck sollten sich aber nicht nur von der Intensität der öffentlichen Debatte ableiten.
Klar ist, ohne die maritime Industrie geht es nicht: Schiffe müssen viel energieeffizienter werden und klimaneutrale Kraftstoffe einsetzen können; eine neue Flotte muss entstehen, um die riesigen Kraftwerksanlagen für die Produktion erneuerbarer Energie offshore zu bauen; unsere Streitkräfte brauchen die nötigen Mittel, um Ihre Aufgaben zu erledigen. Wir wollen das Meer mit leistungsfähigen Forschungsschiffen erkunden, wollen Rohstoffe aus dem Meer gewinnen und nutzen und wir wollen auch weiterhin tolle Urlaubserlebnisse auf dem Wasser ermöglichen.
Es gibt also viele gute Gründe für einen klaren und dauerhaft angelegten Wachstumspfad! Allerdings führt Bedarf nicht automatisch zu Wertschöpfung, insbesondere nicht in einem seit Jahrzehnten durch massive Verzerrungen geprägten globalen Markt. Die Industrie muss durch gute Ideen und gute Produkte überzeugen. Sie muss Fachkräfte ausbilden und investieren. Aber dazu muss sie aber auch in die Lage versetzt werden. Die ganze EU hat sich diesbezüglich in den letzten Jahren nicht sehr ins Zeug gelegt. Während die wichtigen asiatischen Schiffbauländern keine Zweifel an der strategischen Bedeutung der Schiffbauindustrie aufkommen lassen. Beschloss die EU vor 25 Jahren, Unterstützung für den Schiffbau einzustellen. China ging zeitgleich den entgegensetzten Weg und schüttete die staatlichen Füllhörner über ihre Werften sowie die Reedereien aus, auf dass sie den globalen Markt zügig dominieren mögen.
Es hat lange gedauert, in China nicht nur den wunderbaren Partner mit märchenhaften Wachstumsraten, sondern auch den systemischen Rivalen, der akribisch strategische Abhängigkeiten schafft, zu erkennen. Diese zeichnen sich auch in der maritimen Industrie immer mehr ab. Allerdings können wir dank der Breite und der Exzellenz der vorhandenen Fähigkeiten in Deutschland das Ruder noch herumreißen. Die Zutaten für nachhaltiges Wachstum liegen bereit: Bedarf, Ideen, Können. Jetzt fehlt nur noch der politische Mut, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Von hier an anders!
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VSM-Jahresbericht 2021 | 2022
VSM-Jahresbericht 2020 | 2021
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VSM-Jahresbericht 2019 | 2020
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VSM-Jahresbericht 2018 | 2019
Deutscher Schiffbau hält Kurs trotz stürmischer See
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VSM-Jahresbericht 2017 | 2018
Robustes Wachstum und harte Bandagen
Stabile weltwirtschaftliche Konjunktur und wachsende globale Spannungen
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VSM-Jahresbericht 2016 | 2017
Hand in Hand - Zukunftserfolge absichern
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VSM-Jahresbericht 2015 | 2016
Markt - Innovationen - Menschen








