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Handelspolitik

Unternehmen der Schiffbauindustrie und der Meerestechnik sind auf dem Weltmarkt einem extremen internationalen Wettbewerb ausgesetzt, der durch Marktinterventionen von Regierungen erheblich verzerrt wird. Dies gilt vor allem für die Schiffbauindustrie, die aufgrund ihrer Schlüsselfunktion für die industrielle Entwicklung vieler Länder massiv von den jeweiligen Regierungen finanziell unterstützt wird.

Internationale handelspolitische Regeln, die durch Organisationen wie die WTO oder die OECD etabliert wurden und in den meisten Branchen disziplinierend wirken, bleiben für den Schiffbaumarkt weitgehend unwirksam. Auch Zölle sind im Schiffbau in den meisten Fällen für den Ausgleich von Marktverzerrungen ungeeignet. Das Fehlen internationaler Regeln führt in Boomzeiten oft zum Aufbau von Überkapazitäten, die in schwächeren Perioden aufgrund von staatlichen Rettungsmaßnahmen für die Unternehmen nicht abgebaut werden und chronische Ungleichgewichte im Markt verursachen.