Umwelt- und Klimaschutz

Im IMO-Umweltausschusses (MEPC) werden weiterhin Maßnahmen zur Senkung von Treibhausgasemissionen ergriffen. Nunmehr werden auch komplexe Schiffstypen in den Energy Efficiency Design Index (EEDI) einbezogen. Langfristig empfiehlt die Schiffbauindustrie allerdings marktbasierte, technologieoffene Maßnahmen, die für alle Schiffstypen flexible und wettbewerbsneutrale Anreize bieten.

Die Minderungsstrategien müssen sich auf verlässliche Emissionsdaten stützen, die durch ein verbindliches Monitoring-, Reporting- und Verifizierungssystem der IMO beschafft werden könnten. Hierbei sollte auch auf fortschrittliche Messtechnik zurückgegriffen werden, statt lediglich Treibstofflieferungen zu erfassen.

Zur Senkung von Schwefelemissionen wird ab 2015 der Schwefelgehalt im Treibstoff auf 0,1 % begrenzt. Diese Anforderung wird für alle Schiffe in Sulfur Emission Control Areas (SECA) gelten, da sie durch Nutzung von Marine Gas Oil (MGO) oder durch Abgasnachbehandlung auch bei Bestandsschiffen umgesetzt werden kann. Deutsche Motoren- und Systemlieferanten sowie Umbauwerften sind weltweit führend bei der Integration von Scrubbern in Antriebsanlagen und Schiffskonstruktionen und verfügen über ausreichende Kapazitäten für die zügige Nachrüstung.

Zur Minderung des Stickoxidausstoßes von Schiffen ist ab dem 1. Januar 2016 in nordamerikanische und karibische Gewässer vorgesehen, mit dem sogenannten Tier III Standard deutlich schärfere NOx-Grenzwerte zu fordern. In zukünftigen Nitrogen Emission Control Areas (NECA) werden diese Grenzwerte erst nach Genehmigung durch die IMO gelten.

Die Schiffbauindustrie begrüßt daher die baldige Ausweisung von weiteren Schutzgebieten, die für Nord- und Ostsee bereits konzipiert und begründet sind. Allerdings bevorzugt die maritime Wirtschaft ein gesamteuropäisches Vorgehen, um Wettbewerbsverzerrungen so weit wie möglich zu vermeiden. Aus Sicht der Werften bleibt auch bei europaweit einheitlichen Anforderungen festzuhalten, dass hierzulande auch weiterhin Schiffe für den Betrieb außerhalb von ECAs gebaut und repariert werden. Daher ist es zwingend erforderlich, dass Tier II Schiffe ungehinderten Zugang zu Werften in Tier III Gebieten haben und dass Schiffe auf Probefahrten auch mit Schweröl betrieben werden können.

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